Aktuelles
Mehr Menschenhandel durch deutsches Prostitutionsgesetz? Politische Brandstiftung im Gewand pseudowissenschaftlicher Biederkeit
Mehr Menschenhandel durch
deutsches Prostitutionsgesetz?
Politische Brandstiftung im Gewand
pseudowissenschaftlicher Biederkeit
Eine Stellungnahme von Doña Carmen e.V.zur EU-finanzierten Studie
Does Legalizing of Prostitution Increase Human Traffing?
(verfasst von Dr. Seo-Young Cho / Universität Göttingen, Prof. Axel Dreher /
Universität Heidelberg u. Prof. Eric Neumayer / London School of Economics)
Vorbemerkung
Unter Federführung der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Göttingen wird seit 2009 ein Forschungsprojekt zum Thema ‚Messung von Trends, Ursachen und Folgen von Menschenhandel in Europa‘ durchgeführt. Die Gesamtkosten des Projekts in Höhe von 323 000 € werden von der EU-Kommission mit 194 000 € unterstützt. Projektpartner sind das United Nations Interregional Crime and Justice Research Institute (UNICRI), die Internationale Organisation für Migration (IOM), die Universität Tilburg sowie die London School of Economics (LSE).
Neben der Entwicklung von Kennziffern zur Messung von Menschenhandel auf nationalem Niveau geht es dem Projekt in mehreren Einzelberichten um Stellungnahme EU-Studie
Pressemitteilung – BILD floppt mit Kampagne gegen das Prostitutionsgesetz:
CSU-Rechtsexperte fällt auf Pfusch-Studie rein
CSU-MdB Stephan Mayer hat in der BILD-Zeitung vom 31.01.2012 die 2002 erfolgte Legalisierung von Prostitution als einen „Fehler“ bezeichnet. Er verwies dabei auf eine „neue Studie der EU-Kommission“, die einen Anstieg von Menschenhandel und Zwangsprostitution im Zuge von Prostitutions-Legalisierung bewiesen haben soll. Wie so oft, wenn CSU-Politiker sich mit Wissenschaft schmücken, ist auch in diesem Fall Vorsicht angebracht.
Besagte EU-Studie – ein lediglich 33-seitiges „Diskussionspapier“ – hat sich nämlich längst als pseudowissenschaftliche Pfuschstudie erwiesen, die (1) nachweislich mit veralteten und völlig unbrauchbaren Datensätzen arbeitet, (2) Messungen zu Menschenhandel ohne Bezug auf wirkliche Fallzahlen vornimmt, (3) zur Herkunft von Daten bezüglich Schweden und Deutschland falsche Angaben macht, (4) durch Fälschung früherer Studien Spuren verwischt und (5) einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Prostitutions-Legalisierung und Menschenhandel definitiv nicht geliefert hat – wie die Verfasser/innen Dr. Seo-Young Cho (Universität Göttingen), Prof. Axel Dreher (Universität Heidelberg) und Prof. Eric Neumayer (London School of Economics) selbst einräumen.
(vgl. http://www.donacarmen.de/?p=229)
Für diese pseudowissenschaftliche Hochstapelei sind EU-Gelder im sechsstelligen Bereich in den Sand gesetzt worden. Wenn CSU-MdB Stephan Mayer glaubt, ausgerechnet darauf seine Kritik an der Legalisierung von Prostitution gründen zu müssen, zeugt das von erheblicher Ahnungslosigkeit, nicht aber von Expertenschaft. Als hätte BILD das geahnt, bemüht die Zeitung als weiteren „Experten“ den GdP-Vorsitzenden Polizeimeister Bernhard Witthaut, der mit einer völlig aus der Luft gegriffenen Behauptung aufwartet: es gäbe heute nicht weniger, sondern mehr Zuhälter. Belege für eine derartige Aussage hat er nicht. Die gibt es nämlich auch nicht, wie jede wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser Thematik bezeugt. Wer wie Witthaut erklärt, Zuhälter würden sich infolge des ProstG „jetzt auch noch im Lichte der Legalität sonnen“, betreibt Stimmungsmache und betätigt sich als politischer Brandstifter auf Kosten der in der Prostitution tätigen Frauen.
Laut polizeilicher Kriminalstatistik ist Fakt: Mutmaßliche Opfer des Delikts „Ausbeutung von Prostituierten“ (§ 180a StGB) sind von 1.915 im Jahr 2000 auf 56 (!) im Jahr 2010 gesunken. Die Zahl der mutmaßlichen Opfer von „Zuhälterei“ (§181a StGB) sind von 1.304 (2000) auf nunmehr 314 (2010) gesunken. Die mutmaßlichen Opfer von „Menschenhandel“ (§ 232 StGB) sind von 1.197 (2000) auf 761 (2010) gesunken. Die Zahl der gerichtlich erwiesen (nicht nur polizeilich vermuteten) Opfer von „Menschenhandel“ liegt stets bei lediglich rund 150 – 180 pro Jahr. Das ist bezogen auf die hierzulande in der Prostitution tätigen Frauen eine Größenordnung im absoluten Promillebereich und rechtfertigt keine dramatisierenden Kampagnen zur Diskreditierung der Prostitutions-Legalisierung.
Nicht die Legalisierung der Prostitution war ein Fehler, sondern das Prostitutionsgesetz war zu halbherzig und inkonsequent, als dass es hätte erfolgreich sein können.
Doña Carmen e.V. fordert daher einen zweiten Anlauf zur konsequenten Legalisierung von Prostitution – ohne Stigmatisierung, Diskriminierung und Kriminalisierung! Wir brauchen keine striktere Reglementierung, keine Konzessionierung von Prostitutionsstätten. Wir fordern mehr Rechte für die Frauen, statt mehr Kontrollbefugnisse für Polizei und Behörden!
RAZZIEN – SPIEGEL
RAZZIEN – SPIEGEL
Dezember 2011
Razzia in DÜREN, KÖLN und KERPEN: Aufgrund eines richterlichen Beschlusses durchsuchte die Polizei 2 Bordelle und eine Wohnung im Zuge der Ermittlungen bei einem Strafverfahren wegen Menschenhandel zum Zwecke sexueller Ausbeutung. „Die Durchsuchungskräfte wurden von einer Spezialeinheit unterstützt.“
(Quelle: www.presseportal.de, 22.12.2011)
November 2011
Razzia in mehreren Bordellen in HAGEN ohne Durchsuchungsbeschluss – auf Grundlage von § 41 NRW-Polizeigesetz. 96 Personen wurden dabei überprüft, davon 8 Personen festgenommen. Darunter 4 Prostituierte aus Nigeria und Rumänien, von denen 2 in Abschiebehaft kamen. (Quelle: www.derewesten.de, 23.11.2011)
Razzia in BARMBEK: Im Zusammenhang der Ermittlungen nach einem Tötungsdelikt in der Türsteherszene durchsuchte die Polizei mehrere Wohnungen sowie mit 30 Beamten ein Stundenhotel und ein Bordell … More
Teilerfolg für Doña Carmen im Konflikt mit ARD-Magazin ‚Panorama‘
Teilerfolg für Doña Carmen im Konflikt mit ARD-Magazin ‚Panorama‘
Aufgrund einer Beschwerde von Doña Carmen über die tendenziöse, prostitutionsfeindliche Berichterstattung des ARD-Magazins ‚Panorama‘ zum Prostitutionsgesetz („Liberales Prostitutionsgesetz: Wie Deutschland zum Puff Europas wurde, Sendung vom 29.09.2011) hat nun der Stellvertretende Intendant des NDR, Dr. Arno Beyer, eine erneute Stellungnahme der ‚Panorama‘-Redaktion zur Kritik von Doña Carmen eingefordert.
Sowohl das Schreiben von Dr. Beyer als auch die vom ‚Chefredakteur Fernsehen‘, Andreas Cichowicz, unterzeichnete neue More
Wikileaks-Enthüllung: Frankfurts Polizeipräsident Thiel antwortet Doña Carmen
Wikileaks-Enthüllung: Frankfurts Polizeipräsident Thiel antwortet Doña Carmen
Die amerikanische Regierung lässt sich von deutschen Behörden detailliert über die Praktiken der Prostitutionsüberwachung auf dem Laufenden halten, schrieb Doña Carmen mit Verweis auf einen jüngst von Wikileaks veröffentlichten Kabelbericht.
(Siehe: http://www.cablegatesearch.net/cable.php?id=06FRANKFURT4232)
Doña Carmen bat Frankfurts Polizeipräsident Dr. Achim Thiel um Aufklärung darüber, er habe sich – so der Kabelbericht – 2006 mit US-Stellen zum Austausch über die hessische Prostitutionsüberwachung getroffen. Thiel antwortete nun und erklärte: More