Erklärung – ARD-Magazin Panorama berichtet wahrheitswidrig und verweigert Richtigstellung

Am 29.09.2011 hat das ARD-Fernsehmagazin ‚Panorama‘ den Beitrag „Liberales Prostitutionsgesetz: Wie Deutschland zum Puff Europas wurde“ ausgestrahlt und parallel dazu einen entsprechenden Beitrag unter dem Titel „EU-Studie: Mehr Menschenhandel durch liberales Prostitutionsgesetz“ ins Internet gestellt.

In einer 17-seitigen Stellungnahme, die auch der Redaktion von ‚Panorama‘ zugeleitet wurde, hat Doña Carmen im Detail nachgewiesen, dass   „Erklärung – ARD-Magazin Panorama berichtet wahrheitswidrig und verweigert Richtigstellung“ weiterlesen

Pressemitteilung – Anzeige gegen Polizisten am Straßenstrich

Frankfurt, den 20.09.2011

Die Anweisung der Polizei gegenüber Frauen auf dem Straßenstrich, sich an der Theodor-Heuss-Allee erst nach dem Ortseingangsschild stadteinwärts zu postieren, nicht aber bereits ab der Kreuzung Theodor-Heuss-Allee / Philip-Reiss-Straße, ist eine rechtswidrige Verkürzung des in der Sperrgebietsverordnung ausgewiesenen Straßenstrichs stadteinwärts um 150 m und damit um gut ein Drittel.

Doña Carmen sieht in diesem Verhalten „Pressemitteilung – Anzeige gegen Polizisten am Straßenstrich“ weiterlesen

Bahnhofsviertelnacht 2011: Prostituiertenberatungsstelle Doña Carmen e.V. organisiert Bordellführungen für Frauen

Mit 21 Etablissements und rund 1.000 dort tätigen Frauen prägt das Prostitutionsgewerbe das Frankfurter Bahnhofsviertel. Fern ab, eine exotische Nischen-Ökonomie zu sein, ist Prostitution heute ein legalisierter Wirtschaftszweig, wo zahlreich nachgefragte sexuelle Dienstleistungen angeboten werden.

Als einzige Beratungseinrichtung vor Ort ist Doña Carmen e.V. eine sehr frequentierte Anlaufstelle für die hier tätigen Frauen sowie Sprachrohr für ihre sozialen und politischen Interessen. So unterstützt Doña Carmen – um nur ein Beispiel zu nennen – gegenwärtig den Boykott aller Bordelle im Bahnhofsviertel gegen die diskriminierende Sonderbesteuerung der Frauen nach dem so genannten „Düsseldorfer Verfahren“, wonach sie 25 € täglich via Bordellbetreiber an die Steuerfahndung abführen sollen. Und wir klären auf über aktuelle politische Bestrebungen zu erneuten Einschränkungen der Rechte von Frauen in der Prostitution.

Über diese und andere Themen informiert Doña Carmen alle Interessierten am Donnerstagabend, den 18.08.2011 anlässlich der diesjährigen Bahnhofsviertelnacht ab 19 Uhr mit einer „Nacht der Offenen Tür“ in der Beratungsstelle in der Elbestraße 41 (1. Stock). Damit trägt Doña Carmen auch in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit dem Städtischen Presse- und Informationsamt zur Gestaltung der langen Nacht im Bahnhofsviertel bei.

Zudem bietet Doña Carmen an diesem Abend in Kooperation mit dem durch seine künstlerisch gestaltete Außenfassade bekannten ‚Crazy Sexy’ sowie mit dem ‚Eros Center My Way’ zwei Bordellführungen (nur für Frauen) an.  Die Bordellführungen mit max. 20 Personen beginnen um 20 Uhr bzw. 21 Uhr. Treffpunkt ist die Beratungsstelle Elbestraße 41 (Anmeldemöglichkeit dort am Donnerstag ab 19.00 Uhr). Die Führungen sind kostenlos. Um eine kleine Spende für die Arbeit des Vereins Doña Carmen e.V. wird gebeten.

Offener Brief an Prostituiertenorganisationen, Fachberatungsstellen, Verbände und Einrichtungen der Gesundheitsfürsorge, die mit Frauen und Männern in der Prostitution arbeiten

Gemeinsam gegen die repressive Wende in der deutschen Prostitutionspolitik!

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) beabsichtigt in allernächster Zeit ein „schärferes Bordell-Gesetz“ zu erarbeiten. Grundlinien dieses neuen Gesetzes sollen „bis Ende Mai“ ausgearbeitet sein. Schröders Fachleute „greifen nun einige der zentralen Vorschläge auf, die die Innenminister in einem gemeinsamen Papier aufgeschrieben haben“, heißt es in einem Bericht der Zeitung DIE WELT vom 23. April 2011.

Wer einen Blick wirft auf die Forderungen „Offener Brief an Prostituiertenorganisationen, Fachberatungsstellen, Verbände und Einrichtungen der Gesundheitsfürsorge, die mit Frauen und Männern in der Prostitution arbeiten“ weiterlesen

Pressemitteilung Protest gegen BKA-Kontrollwahn

Unter dem Vorwand der „Bekämpfung des Menschenhandels mit westafrikanischen Frauen“ fanden gestern Abend in insgesamt 13 Bundesländern rund 1.000 Razzien in Bordellen statt.

Wie die erste Aktion dieser Art vom 2.2.2010 – damals wurden ebenfalls unter der Schirmherrschaft des BKA in einer Nacht 600 Bordelle kontrolliert – war auch die diesjährige Großrazzia ein Schlag ins Wasser: Laut BKA waren unter den ca. 4.000 kontrollierten Frauen 170 aus Westafrika. „Erste Anzeichen“ von Menschenhandel deuteten sich lediglich „bei einigen der kontrollierten Frauen“ an. Im Klartext: Man hat wieder nichts Substanzielles vorzuweisen außer ein paar Fällen illegalen Aufenthalts.

Was vom BKA aufgebauscht und inszeniert wird, dient ganz anderen Zielen: Man will weg von der Legalisierung und hin zur polizeilichen Reglementierung von Prostitution. BKA und Polizei fordern jederzeitige und anlassunabhängige Betretungsrechte für Prostitutionsstätten – der Polizeistaat lässt grüßen! Ein Vorgeschmack auf den zukünftigen Umgang mit dem Prostitutionsgewerbe, wenn die kürzlich angekündigten Pläne von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder für ein verschärftes „Bordellgesetz“ Wirklichkeit werden sollten. Hier handeln ausgebuffte Prostitutionsgegner nach dem Motto: „Wir schlagen die Prostitution, wir meinen die Migration.“

Die Rede von „Menschenhandel“ ist dabei nur Kulisse und Vorwand, um medial Stimmung zu machen. Denn die offizielle Polizeiliche Kriminalstatistik ergibt: Rückgang von 16,6% bei Menschenhandels-Fällen und von 19,2% bei mutmaßlichen Menschenhandels-Opfern , Rückgang von 22,1% bei den Tatverdächtigen. Lediglich rund 170 Täter – Opfer-Täter-Verhältnis 1:1! – werden pro Jahr wegen „Menschenhandel“ verurteilt. Dahinter verbergen sich oft nur arbeitsrechtliche Probleme, nicht aber Zwang, Gewalt oder Verschleppung, wie vom BKA suggeriert. Bezogen auf alle Prostituierte ein gesellschaftliches Randphänomen im Promillebereich.

Doña Carmen e.V. fordert daher:

Schluss mit dem Polizeiterror gegen Prostitutionsmigrantinnen!
Rechte statt Razzien! Green-Card für Nicht-EU-Prostituierte!

Frankfurt, 13. Mai 2011