Neues zum Thema „Problematischer Umgang mit alleinstehenden schwangeren Frauen“ in Frankfurt/Main. Mehr unter…
Problematischer Umgang mit alleinstehenden schwangeren Frauen
Sehr geehrte Damen und Herren,
am 13. Juni 2012 haben wir einen ‚Offenen Brief‘ zum Thema „Problematischer Umgang mit alleinstehenden schwangeren Frauen“ an die Frankfurter Sozialdezernentin Frau Dr. Birkenfeld sowie an die Mitglieder des (inzwischen aufgelösten) Arbeitskreises „Keine Gewalt an Frauen in der Schwangerschaft“ gesandt.
Wir hatten im ‚Offenen Brief‘ darüber informiert, dass die Grundsicherungsbehörde des Jugend- und Sozialamts der Stadt Frankfurt am Main – Besondere Dienste 3 die gesetzlich mögliche und sachlich gebotene Hilfe bei der Suche nach einer angemessenen Notunterkunft für die damals hochschwangere, von Doña Carmen betreute Frau S. verweigert hat.
Auch das Frankfurter Jobcenter spielte eine unrühmliche Rolle in diesem Fall (siehe dazu: https://www.donacarmen.de/?p=270#more-270). Da dies leider kein Einzelfall in der Praxis von Doña Carmen e.V. war, informierten wir die Fachöffentlichkeit.
Es ist bezeichnend für das soziale Klima in dieser Stadt, dass die zuständige, von uns informierte Dezernentin es nicht für nötig befand, auf das Schreiben überhaupt zu reagieren. Umso mehr möchten wir uns bei all jenen bedanken, die sich mit Frau S. und Doña Carmen solidarisch gezeigt haben. Das ist uns eine große Stütze!
Wir möchten Euch / Ihnen hiermit über den erfreulichen Ausgang der Angelegenheit für Frau S. berichten.
Frau S. hat am 26. Juni 2012 einen gesunden Jungen zur Welt gebracht. Eine angemessene Notunterkunft wurde ihr bis zu diesem Zeitpunkt (und bis heute) vom Sozialamt der Stadt Frankfurt am Main – Besondere Dienste 3 nicht zur Verfügung gestellt!
Doña Carmen setzte alles daran, dass Frau S. und ihre Kinder ein Dach über den Kopf bekamen. Nachdem wir wenige Tage vor der Entbindung eine angemessene Wohnung für Frau S. fanden, stellte sich das Jobcenter Frankfurt quer und meinte den Einzug in diese Wohnung verhindern zu müssen. Mit Hilfe einer einstweiligen Verfügung des Frankfurter Sozialgerichts gelang es schließlich, das Jobcenter Frankfurt in die rechtlichen Schranken zu weisen.
Wir freuen uns, dass Frau S., ihre Kinder und ihr Neugeborenes jetzt endlich in einer angemessenen Wohnung leben können.
Abschließend möchten wir feststellen, dass wir die behördlichen Hindernisse und Schikanen, mit denen hier eine alleinstehende schwangere Frau konfrontiert war, als Schande für die Stadt Frankfurt und als Offenbarungseid der Sozialpolitik betrachten.
Wir halten es vor diesem Hintergrund für angebracht und wünschenswert, dass erneut die Initiative ergriffen wird für die Einrichtung eines stadtweiten Arbeitskreises „Keine Gewalt an Frauen in der Schwangerschaft“. Die erfahrene institutionelle Gewalt von Seiten der Behörden spricht allerdings dafür, diese nicht an einem solchen Facharbeitskreis zu beteiligen.
Mit freundlichen Grüßen
Juanita Henning

