Pressemitteilung

Trotz ‚Nordischem Modell‘ der Freier-Kriminalisierung:

Menschenhandel in Schweden
dreimal so hoch wie in Deutschland!

Am 1. Januar 1999 führte Schweden das heute als „Nordisches Modell“ bekannte Gesetz zur Freier-Kriminalisierung ein. Die Schwedische Regierung pries diese Politik seinerzeit auch deshalb als „Modell“ an, weil es weniger „Menschenhandel zum Zwecke sexueller Ausbeutung“ zur Folge habe.

Doch heute, 25 Jahre nach Einführung der Freier-Kriminalisierung, sprechen die von Schweden offiziell mitgeteilten Zahlen zum Ausmaß von Menschenhandel in Schweden eine ganz andere Sprache. Ein Vergleich mit den Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik in Deutschland ergibt folgendes Bild:

● In absoluten Zahlen hat Schweden weniger Fälle von Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung vorzuweisen als Deutschland. Das ist jedoch der Tatsache geschuldet, dass Schweden eine 8-mal kleinere Bevölkerung als Deutschland hat.

● Pro Kopf der Bevölkerung hingegen liegt die Zahl der Menschenhandels-Fälle in Schweden seit 2016, also seit mittlerweile 7 Jahren, um durchschnittlich 40 % über der Zahl der Menschenhandels-Fälle in Deutschland, wo Prostitution als Beruf anerkannt ist.

● Betrachtet man die Zahl der in beiden Ländern polizeilich identifizierten Opfer von „Menschenhandel zum Zwecke sexueller Ausbeutung“, so liegt deren Zahl in Schweden pro Kopf der Bevölkerung sogar um das 2,8-fache über der entsprechenden Zahl in Deutschland. (Schweden: im Schnitt 171 Opfer pro Jahr bei 10,4 Mio. Einwohnern; Deutschland: im Schnitt 493 Opfer pro Jahr bei 83,8 Mio. Einwohnern)

● Unter Berücksichtigung der Unterschiedlichkeit der Straftatbestände zu Menschenhandel in beiden Ländern – in Deutschland können als einzigem Land Europas 18- bis 21-jährige Personen als „Opfer von Menschenhandel“ gelten, auch wenn keines der ansonsten üblichen Tatmittel (Zwang, Gewalt und Täuschung) zur Anwendung kommt – liegt die Zahl der Menschenhandels-Opfer in Schweden um mehr als das Dreifache über dem entsprechenden Wert in Deutschland.

Zu diesem Ergebnis kommt ein Vergleich, den Doña Carmen e.V., Verein für die sozialen und politischen Interessen von Prostituierten, auf Grundlage offizieller Daten der EU-Kommission (Greta-Report für Schweden, 2023) sowie der Polizeilichen Kriminalstatistik des BKA vorgenommen hat.

Siehe: https://www.donacarmen.de/wp-content/uploads/BKA-Nordisches-Modell.pdf (S. 26 – 30)

Sie sei „erstaunt“ darüber, so Doña-Carmen-Sprecherin Juanita Henning, „dass hierzulande eine Partei wie die CDU/CSU im Bundestag für das ‚Nordische Modell‘ votiert, gleichzeitig aber den kontinuierlichen Anstieg des ‚Menschenhandels zum Zwecke sexueller Ausbeutung‘ in Schweden mit Schweigen übergeht.“

Erst kürzlich hat Doña Carmen e. V. darauf aufmerksam gemacht, dass sich die CDU/CSU bei ihrer Parteinahme für das ‚Nordische Modell‘ auf eine fragwürdige Studie der US-Amerikanerin Melissa Farley stützt, der Manipulation und die Verwendung von Falschangaben vorgeworfen wird.

Siehe: https://www.donacarmen.de/pressemitteilung-fake-science/#more-3076

„Man kann nur hoffen“, so Henning, „dass die CDU/CSU sich wieder auf den Boden der Tatsachen begibt und ihr Eintreten für das umstrittene ‚Nordische Modell‘ überdenkt.“