Pressemitteilung – Alice Schwarzer und Prominente gegen Prostitution – eine ‚geistig-moralische Wende‘ im Sinne von Helmut Kohl

Alice Schwarzer startet wieder einmal eine Kampagne gegen Prostitution. Wieder geht es darum, die Rechte von Sexarbeiter/innen auf freie und ungehinderte Berufsausübung mit Füßen zu treten. Schwarzers Absicht ist erbärmlich, die inhaltliche Substanz des Appells einfach lausig.

Vieles soll an die Anti-Abtreibungskampagne des ‚Stern‘ im Jahre 1971 erinnern. Wieder werden Gesichter auf einer Titelseite präsentiert, wieder – wie seinerzeit – unterschreibt Senta Berger. Doch es handelt sich um ein schlechtes Remake.

Während damalige Unterzeichnerinnen für Fraueninteressen, gegen bestehende Gesetze unterschrieben und dabei etwas riskierten, wird diesmal die Einschränkung der Rechte von Frauen (in der Sexarbeit) gefordert. Heute liegt man im Mainstream: Prostituierten-Bashing ist ‚in‘. Damals agierte man noch gegen die (katholische) Kirche, heute sitzt diese bei Schwarzer mit im Boot. Mit den Vertreter/innen einer frauenfeindlichen Religion wie dem Katholizismus hat Schwarzer längst ihren Frieden geschlossen – auf Kosten der Frauen, für die sie zu sprechen vorgibt. Jahrhundertelang hatten hierzulande die christlichen Kirchen das Monopol auf die moralische Erregung über Prostitution. Mittlerweile hat ein staatstragender Pseudo-Feminismus ihnen dieses Monopol streitig gemacht. Was für ein Fortschritt!

So sehr der Ruf nach einem Verbot der Prostitution den Sexarbeiter/innen schadet, so ist diese Forderung doch hinterwäldlerisch und lenkt von den eigentlichen Problemen ab. Nicht das Verbot von Prostitution steht auf der Tagesordnung, sondern die nicht minder gravierende „Konzessionierung“ von Prostitutionsstätten, die mit jederzeitigen, anlasslosen und verdachtsunabhängigen Kontrollen auf die überwachungsstaatlich registrierte und geprüfte Sexarbeiterin zielt. Der Bremer Entwurf für ein „Prostitutionsstättengesetz“ zeigt, was auf die Frauen in der Prostitution zukommt.

Doña Carmen hat  eine umfangreiche „Entgegnung auf Schwarzers Appell gegen Prostitution“ verfasst und rät allen Sexarbeiter/innen, sich auf das Wesentliche, auf die Durchsetzung ihrer Anliegen, zu konzentrieren, nicht aber auf den Boulevard und Schwarzers eitlen Kampf um mediale Aufmerksamkeit.