Pressemitteilung – Bordellrazzien & Einkesselung: Frankfurter Bahnhofsviertel erneut als Trainingslager der Polizei missbraucht

Gestern, in der Nacht vom 27. auf den 28. Juni, hat die Frankfurter Polizei in der Zeit von 21 Uhr bis 2 Uhr erneut das Bahnhofsviertel für anlassunabhängige Kontrollen missbraucht.

Durch Absperrung der Taunusstraße, aber auch durch Abstellen von annähernd 30 Polizeifahrzeugen in der Moselstraße/Taunusstrasse waren beide Straßen nicht mehr passierbar. In Landsknechtsmanier zogen die beigekarrten Polizeitruppen durch sämtliche Häuser, insbesondere Bordelle und Spielhallen, und durchsuchten sie. In mindestens vier Bordellen wurden nach Informationen von Doña Carmen sämtliche Zimmer von rund 200 Polizisten durchsucht. Dadurch wurden die Frauen in den Häusern in ihrer Berufsausübung massiv behindert und mussten erhebliche Verdienstausfälle in Kauf nehmen, die ihnen kein Polizist ersetzt.

Auch auf den Straßen wurden Menschen kontrolliert. Zu später Stunde sammelten sich Polizeitrupps in ausgelassener Stimmung in den abgesperrten Straßenzügen und genossen ganz offensichtlich ihre Machtdemonstration als willkommene Abwechslung in ihrem ansonsten vermutlich drögen Berufsalltag.

Doña Carmen protestiert dagegen, dass das Frankfurter Bahnhofsviertel wieder und wieder in ein Polizei-Trainingslager umfunktioniert wird. Das Bahnhofsviertel ist kein Übungscamp, in dem die Polizeitruppen des Herrn Thiel das Einkesseln ganzer Straßenzüge sowie der dort lebenden und arbeitenden Bevölkerung am lebenden Objekt trainieren können. Derart schikanöse Machtdemonstrationen sind unzumutbar und zudem eine nicht zu rechtfertigende Verschleuderung von Steuergeldern.