„Zwangsprostitution“ als politischer Kampfbegriff

Vortrag von Juanita Rosina Henning (Doña Carmen e.V.)
im BDP-Infoladen Paderborn, 12. Januar 2012

Ich bedanke mich für die Einladung zum Thema des heutigen Abends „Wem nützt der Kampf gegen Zwangsprostitution?“

Die scheinbar nahe liegende Antwort auf diese Frage könnte lauten: Natürlich den von Zwangsprostitution betroffenen selbst. Wie aber so oft im Leben ist das Naheliegende nicht immer auch das Zutreffende.

Die Position, die ich vertrete und hier zur Diskussion stelle, möchte ich gleich in aller Deutlichkeit formulieren:

Die Rede von „Zwangsprostitution“ verbindet die herkömmliche Prostitutionsbekämpfung, wie wir sie seit Jahrhunderten kennen, mit einer Migrationsabwehr des relativ reichen Nordens gegenüber dem ärmeren Süden seit Beginn der 90er Jahre. Diese Migrationsabwehr richtet sich insbesondere gegen die Feminisierung von Migration. Insofern  Zwangsprostitiution als politischer Kampfbegriff