Doña Carmen e.V. spricht auf Kundgebung gegen Polizeigewalt


Auf der Kundgebung aus Anlass des „Internationalen Tags gegen Polizeigewalt“ sprach eine Vertreterin von Doña Carmen e.V. am 15. März 2021 auf dem Opernplatz und prangerte dort die permanente polizeiliche Überwachung von Sexarbeiter*innen an.Auf der von copwatch organisierten Kundgebung wandten sich vornehmlich migrantische Redner*innen gegen Praktiken des racial profiling und die rassistische Alltagspraxis von Behörden und Polizei.

Vor den rund 200 Teilnehmer*innen der Kundgebung verwies Doña Carmen darauf, dass Frauen in der Prostitution aufgrund der Schließung der Bordelle in informelle Strukturen abgedrängt und anschließend von polizeilichen Lockfreiern kriminalisiert und illegalisiert würden:

„Einmal auf die Straße und in informelle Strukturen gedrängt, hetzt man auch noch  die Polizei auf sie. Mitarbeiter der Polizei spielen dort den Lockfreier, sprechen die Frauen auf den Straße an und wenn sie mit ihnen aufs Hotelzimmer gehen, offenbaren sie sich als Staatsbedienstete und bezichtigen sie der Ordnungswidrigkeit.  Dann werden saftige Bußgelder in dreistelliger Höhe fällig: erst einmal, dann zum zweiten Mal, und beim dritten Mal droht den Frauen die Ausweisung, wenn sie Migrantinnen sind. So komplettiert Polizeigewalt die strukturelle Gewalt des Staates, die im Dauerlockdown der Bordelle zum Ausdruck kommt.“

Bordelle sollten daher wieder geöffnet werden – was auch aus Gründen des Gesundheitsschutzes der Frauen unabdingbar ist. Außerhalb der Bordelle war Prostitution in Hessen während der gesamten Corona-Krise erlaubt. Gleichwohl versucht man, Prostitution auch dort zu kriminalisieren. Dabei stützt sich die Polizei auf rund 90 Jahre alte Sperrgebietsverordnungen zum „Schutz der Jugend“ vor Prostitution. Um Gesundheitsschutz gehe es dabei nicht.

Mehrere Redner*innen der Kundgebung solidarisierten sich mit den Anliegen der Sexarbeiter*innen.